Teilzeit in der Pflege ist kein Kompromiss mehr — es ist ein Modell mit Zukunft. Immer mehr Pflegefachpersonen in der Schweiz arbeiten bewusst 60-80% und berichten von weniger Erschöpfung, besserer Versorgungsqualität und mehr Zufriedenheit. Gleichzeitig suchen Arbeitgeber verzweifelt nach Fachkräften — und bieten deshalb immer flexiblere Pensen an. In diesem Artikel erfährst du alles, was du für den Wechsel auf Teilzeit wissen musst.
Schnellantwort: 80% Pensum ist das häufigste Teilzeitmodell in der Pflege — du arbeitest 4 Tage pro Woche und verdienst rund CHF 68'000 – 76'000 als FaGe bzw. CHF 76'000 – 88'000 als Pflegefachperson HF. Spitex, Langzeitpflege und Psychiatrie bieten am meisten Teilzeitstellen. Viele davon werden nie öffentlich ausgeschrieben.
Du willst direkt Teilzeitstellen sehen?
Unser KI-Assistent findet in 60 Sekunden passende Teilzeitstellen — inklusive exklusiver Positionen die nirgendwo ausgeschrieben sind.
Warum Teilzeit in der Pflege boomt
Der Trend ist eindeutig: Gemäss SBK-Arbeitsbedingungsstudie arbeiten bereits über 40% der Pflegefachpersonen in der Schweiz Teilzeit — Tendenz steigend. Die Gründe sind vielfältig, aber drei stechen heraus:
1. Work-Life-Balance und Burnout-Prävention
Pflege ist emotional und körperlich fordernd. Wer Vollzeit Schicht arbeitet, hat an freien Tagen oft keine Energie mehr für sich selbst. Ein 80%-Pensum gibt dir jede Woche einen zusätzlichen freien Tag — für Sport, Erholung oder einfach Nichts. Das klingt nach wenig, macht aber in der Praxis einen enormen Unterschied. Viele Pflegefachpersonen berichten, dass sie seit dem Wechsel auf Teilzeit weniger krank sind und länger im Beruf bleiben.
2. Familie und Betreuungspflichten
Schichtarbeit und Kinderbetreuung — das ist in der Schweiz eine echte Herausforderung. Krippen decken selten Randzeiten ab, und Grosseltern sind nicht immer verfügbar. Mit einem 60-70% Pensum lässt sich der Spagat zwischen Beruf und Familie deutlich besser meistern. Besonders beliebt: fixe Arbeitstage, damit du die Betreuung planbar organisieren kannst.
3. Weiterbildung und persönliche Projekte
Ob CAS, MAS, Höhere Fachprüfung oder ein ganz anderes Projekt — Teilzeit gibt dir die Freiheit, dich beruflich oder persönlich weiterzuentwickeln, ohne den Kontakt zur Praxis zu verlieren. Viele Arbeitgeber unterstützen das sogar aktiv, weil sie wissen: Wer sich weiterbildet, bleibt motiviert und bringt neues Wissen ins Team.
Typische Pensen und was sie bedeuten
Nicht jedes Teilzeitpensum fühlt sich gleich an. Hier ein Überblick über die gängigsten Modelle:
| Pensum | Tage pro Woche | Schichten/Monat (ca.) | Wie fühlt es sich an? |
|---|---|---|---|
| 60% | 3 Tage | 12-13 Schichten | Viel Freizeit, aber merkbar weniger Lohn. Ideal für Eltern oder Studierende. |
| 70% | 3.5 Tage | 14-15 Schichten | Guter Kompromiss. In der Praxis oft: eine Woche 3, die andere 4 Tage. |
| 80% | 4 Tage | 16-17 Schichten | Der Sweet Spot. Ein freier Tag pro Woche, Lohn bleibt substanziell. |
| 90% | 4.5 Tage | 18-19 Schichten | Jede zweite Woche ein freier Tag. Kaum spürbar, aber trotzdem entlastend. |
Unser Tipp aus der Vermittlung: 80% ist das beliebteste Pensum — und auch das, wofür es die meisten offenen Stellen gibt. Bei 60% wird die Auswahl kleiner, ist aber gerade in der Spitex und Langzeitpflege sehr gut machbar.
Lohn berechnen: Teilzeit vs. Vollzeit
Die wichtigste Frage: Kann ich mir Teilzeit leisten? Die Berechnung ist einfach: Vollzeitlohn multipliziert mit dem Pensum. Hier konkrete Beispiele basierend auf aktuellen Schweizer Medianlöhnen im Gesundheitswesen (2026):
| Funktion | 100% Brutto/Jahr | 80% | 70% | 60% |
|---|---|---|---|---|
| FaGe (3-5 J. Erfahrung) | CHF 68'000 | CHF 54'400 | CHF 47'600 | CHF 40'800 |
| FaGe (5-10 J.) | CHF 74'000 | CHF 59'200 | CHF 51'800 | CHF 44'400 |
| Pflegefachperson HF (3-5 J.) | CHF 85'000 | CHF 68'000 | CHF 59'500 | CHF 51'000 |
| Pflegefachperson HF (5-10 J.) | CHF 95'000 | CHF 76'000 | CHF 66'500 | CHF 57'000 |
| Pflegeexpertin APN / MScN | CHF 110'000 | CHF 88'000 | CHF 77'000 | CHF 66'000 |
Wichtig: Zulagen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit kommen oben drauf und werden ebenfalls proportional zum Pensum berechnet. In der Praxis verdienst du also oft etwas mehr als die reinen Tabellenwerte — vor allem in Bereichen mit viel Schichtarbeit.
Welche Bereiche bieten am meisten Teilzeit?
Nicht jeder Pflegebereich ist gleich Teilzeit-freundlich. Aus unserer Vermittlungserfahrung mit über 500 Platzierungen zeigt sich ein klares Bild:
Spitex
Sehr viel TeilzeitSpitex ist der Teilzeit-Champion. Touren lassen sich flexibel auf weniger Tage verteilen, und viele Spitex-Organisationen bieten sogar 40-50% an. Besonders attraktiv: oft fixe Arbeitszeiten ohne Nachtdienst.
Langzeitpflege (Alters- und Pflegeheime)
Viel TeilzeitIn der Langzeitpflege sind kleinere Pensen üblich und akzeptiert. Die Teams sind oft so organisiert, dass 60-80% gut integrierbar ist. Vorteil: die Bewohner sind stabil, Übergaben planbar.
Psychiatrie
Gut machbarDie Psychiatrie bietet zunehmend Teilzeitmodelle an — gerade weil die Arbeit emotional fordernd ist und die Arbeitgeber erkannt haben, dass Teilzeit ein Retentionsinstrument ist. 70-80% sind verbreitet.
Akutspital (Bettenstation)
Möglich, aber limitiertIn der Akutpflege ist Teilzeit möglich, aber nicht überall beliebt bei den Arbeitgebern. 80% geht fast immer, 60% wird schwieriger. Grund: Übergaben, Teamkontinuität und Schichtplanung werden komplexer. Universitäts- und Kantonsspitäler sind hier flexibler als kleinere Häuser.
Wir finden Teilzeitstellen die nicht ausgeschrieben sind
Viele Arbeitgeber schreiben Teilzeitstellen gar nicht öffentlich aus — sie besetzen sie über Vermittler oder intern. Wir kennen diese Stellen. Sag uns dein Wunschpensum und deinen Fachbereich, und wir zeigen dir, was gerade möglich ist. 100% kostenlos und diskret.
Deine Rechte bei Teilzeit
Teilzeit heisst nicht "weniger Rechte". Das Schweizer Arbeitsrecht schützt Teilzeit-Angestellte grundsätzlich gleich wie Vollzeit-Mitarbeitende. Trotzdem gibt es ein paar Punkte, die du kennen solltest:
Ferien
Du hast den gleichen Ferienanspruch wie Vollzeit-Mitarbeitende — mindestens 4 Wochen (5 Wochen ab 50 Jahren bei vielen GAVs). Die Ferientage werden aber in Arbeitstagen berechnet: Bei einem 80%-Pensum (4-Tage-Woche) brauchst du für eine Ferienwoche nur 4 Ferientage statt 5. Dein Gesamtanspruch bleibt gleich.
Weiterbildung
Viele GAVs im Gesundheitswesen regeln den Weiterbildungsanspruch proportional zum Pensum. Bei 80% hast du also 80% des Weiterbildungsbudgets bzw. der Weiterbildungstage. In der Praxis lässt sich das oft verhandeln — gerade wenn die Weiterbildung dem Arbeitgeber direkt nützt. Frag aktiv nach, denn viele Arbeitgeber sind hier grosszügiger als das Minimum.
Pensionskasse — die versteckte Falle
Hier wird es wichtig: Bei Teilzeit sinkt nicht nur dein Lohn, sondern auch deine Pensionskassen-Beiträge — und zwar überproportional. Grund: der Koordinationsabzug (2026: CHF 25'725) wird bei vielen Pensionskassen nicht ans Pensum angepasst. Das bedeutet:
Rechenbeispiel Pensionskasse:
- Vollzeitlohn CHF 85'000 → versicherter Lohn: CHF 59'275
- 60%-Lohn CHF 51'000 → versicherter Lohn: nur CHF 25'275 (minus 57%!)
- 80%-Lohn CHF 68'000 → versicherter Lohn: CHF 42'275 (minus 29%)
Prüfe vor dem Wechsel, ob dein Arbeitgeber den Koordinationsabzug ans Pensum anpasst. Immer mehr Arbeitgeber tun das — es ist ein echtes Qualitätsmerkmal.
So findest du die richtige Teilzeitstelle
Der Markt für Teilzeitstellen in der Pflege ist grösser als die meisten denken — aber ein grosser Teil ist nicht öffentlich sichtbar. Aus unserer Erfahrung werden über 30% der Teilzeitstellen in der Pflege nie auf Jobportalen ausgeschrieben. Die Gründe:
- Interne Pensenreduktionen: Eine Vollzeit-Mitarbeiterin reduziert auf 80% — die freigewordenen 20% werden intern oder über Vermittler besetzt.
- Flexible Arbeitgeber: Manche Arbeitgeber schreiben 100% aus, sind aber offen für 80% — wenn du fragst oder ein Vermittler für dich fragt.
- Verdeckte Vakanzen: Besonders kleinere Institutionen (Pflegeheime, Spitex-Organisationen) besetzen Teilzeitstellen oft über persönliche Netzwerke.
Schritt für Schritt
- Definiere dein Wunschpensum und deine Rahmenbedingungen: Welches Pensum passt? Fixe Tage oder flexibel? Welcher Fachbereich? Welche Region?
- Prüfe deine finanzielle Situation: Rechne deinen Nettolohn bei Teilzeit durch — inklusive Pensionskassen-Impact. Nutze dafür den Lohnrechner des SECO oder frag uns direkt.
- Nutze einen spezialisierten Vermittler: Wir kennen die Arbeitgeber, die Teilzeit wirklich leben — nicht nur tolerieren. Und wir kennen Stellen, die du auf keinem Portal findest.
- Verhandle aktiv: Auch bei Stellen die als 100% ausgeschrieben sind, ist oft Teilzeit möglich. Trau dich zu fragen — oder lass uns das für dich machen.
- Achte auf die Details im Vertrag: Koordinationsabzug, Schichtverteilung, fixe vs. variable Tage, Weiterbildungsanspruch.
Bereit für den nächsten Schritt?
Sag uns dein Wunschpensum, deinen Fachbereich und deine Region — wir zeigen dir innerhalb von 48 Stunden passende Teilzeitstellen. Viele davon exklusiv. 100% kostenlos, 100% diskret. Dein aktueller Arbeitgeber erfährt nichts.
Häufige Fragen zu Teilzeit in der Pflege
Kann ich als FaGe auch Teilzeit arbeiten?
Ja, absolut. FaGe arbeiten sogar überdurchschnittlich oft Teilzeit — besonders in der Langzeitpflege und Spitex. 60-80% Pensen sind verbreitet und werden aktiv gesucht.
Schade ich meiner Karriere mit Teilzeit?
Nein — zumindest nicht in der Pflege. Anders als in manchen Branchen ist Teilzeit im Gesundheitswesen normalisiert. Auch Leitungsfunktionen sind mit 80% machbar. Entscheidend ist die Qualität deiner Arbeit, nicht die Anzahl Stunden. Wichtig: Bei unter 60% kann es schwieriger werden, fachlich am Ball zu bleiben.
Kann ich von Vollzeit auf Teilzeit reduzieren?
Du hast kein gesetzliches Recht auf Pensenreduktion — aber in der Praxis sind die meisten Pflegeinstitutionen offen dafür, weil sie dich als Fachkraft behalten wollen. Sprich dein Anliegen offen an oder nutze einen Vermittler als "neutralen Dritten" für den Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber mit dem gewünschten Pensum.
Bekomme ich mit Teilzeit noch einen Nachtdienst-Zuschlag?
Ja, Zulagen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit stehen dir unabhängig vom Pensum zu — proportional zu deinen geleisteten Stunden. Wer 80% arbeitet und Nachtdienste übernimmt, bekommt dieselben Zuschläge pro Stunde wie Vollzeit-Kolleginnen.
Was ist besser: 80% an einem Ort oder 2 × 40% an zwei Orten?
In den allermeisten Fällen: 80% an einem Ort. Zwei Teilzeitstellen bedeuten doppelte Übergaben, doppelte Teamdynamik, doppelten Admin-Aufwand und oft Koordinationsprobleme bei der Dienstplanung. Ausnahme: Du willst bewusst zwei verschiedene Fachbereiche erleben (z.B. Akutpflege + Spitex) — dann kann es bereichernd sein.
Weiterführende Artikel
- Gehalt Pflegefachfrau HF Schweiz 2025
- Nachtdienst in der Pflege — Zulagen, Recht, Gesundheit
- Spitex vs. Spital: Der grosse Vergleich
- Unzufrieden im Job? 7 Zeichen dass es Zeit ist
Quellen
- SBK Arbeitsbedingungsstudie — Teilzeitquote in der Schweizer Pflege · sbk.ch
- BFS Schweizerische Arbeitskräfteerhebung (SAKE) — Teilzeitarbeit im Gesundheitswesen · bfs.admin.ch
- Schweizer Obligationenrecht (OR Art. 319ff.) — Rechte bei Teilzeitarbeit · fedlex.admin.ch
- BVG / Pensionskasse — Koordinationsabzug bei Teilzeit · bsv.admin.ch
- heroscout Vermittlungsdaten — Teilzeitquoten und Lohndaten aus 500+ Vermittlungen
Lohnangaben sind Richtwerte basierend auf Medianlöhnen und unseren Vermittlungsdaten. Effektive Löhne variieren nach Kanton, Arbeitgeber und individueller Erfahrung.