Sektor-Wechsel heroscout-verifiziert

Vom Assistenzarzt zum Oberarzt — Wechsel Uni-Spital → Privatklinik

Dr. M. (anonym)·Mai 2026· 4 Min Lesezeit
OberarztSpital / Klinik9 Jahre Berufserfahrung

Wo ich startete

Nach Medizinstudium an der Uni Zürich habe ich am USZ in der Inneren Medizin angefangen — strukturierte Weiterbildung, Top-Ausbildung, aber auch sehr hierarchisch. Mein PJ1-Lohn: CHF 108'000 brutto inkl. Diensten. 60-Stunden-Wochen, viele Nachtdienste, akademischer Druck wegen Publikationen.

Ich wollte ursprünglich an einem Universitätsspital bleiben — Habilitation, akademische Karriere. Aber im 5. Weiterbildungsjahr wurde mir klar: das passt nicht zu mir. Ich wollte mehr klinische Arbeit, weniger Politik. Plus: ich hatte gerade Familie gegründet.

Karriere-Stationen

  1. 2017-2018
    PJ1 Innere Medizin
    USZ Zürich, 100%
    CHF 108'000 brutto/Jahr (100%)
  2. 2019-2020
    PJ2-3 Innere Medizin
    USZ Zürich, 100%
    CHF 125'000 brutto/Jahr (100%)
  3. 2021-2022
    PJ4-5 Innere Medizin
    USZ Zürich, 100%
    CHF 138'000 brutto/Jahr (100%)

    💡 Erste Publikationen, Co-Autorenschaft

  4. 2022
    PJ6 + FMH-Facharztprüfung
    USZ Zürich, 100%
    CHF 142'000 brutto/Jahr (100%)
  5. 2022-2024
    Facharzt Innere Medizin
    USZ Zürich, 100%
    CHF 175'000 brutto/Jahr (100%)
  6. seit 2024
    Oberarzt Innere Medizin
    Klinik Hirslanden Zürich, 100%
    CHF 240'000 brutto/Jahr (100%)

    💡 Honorar-Pool-Beteiligung, flachere Hierarchie

Was passiert ist

Im PJ6 habe ich den FMH-Facharzttitel Innere Medizin gemacht. Lohn: CHF 142'000 brutto. Am USZ wäre der nächste Schritt eine 1-2 jährige Facharzt-Phase ohne klare Beförderungs-Garantie. Ich habe mit heroscout gesprochen — wollte unbedingt diskret bleiben, falls Wechsel nicht zustande kommt.

Wir haben anonym 4 Privatkliniken angesprochen. Drei wollten kennenlernen. Eine — Hirslanden Zürich — hat mir nach 2 Gesprächen ein Angebot gemacht: Oberarzt-Stelle Innere Medizin, CHF 200'000 brutto + Honorar-Pool-Beteiligung (potentiell +30-50k).

Der Wechsel war emotionell schwierig. Mein USZ-Mentor hatte mich auf eine spezifische Forschungs-Track vorbereitet. Ich habe ihm 6 Wochen vor Vertragsunterzeichnung gesagt — er war enttäuscht aber respektvoll. Heute, 18 Monate später, sagt er mir es war die richtige Entscheidung.

Was sich verändert hat im Vergleich zum USZ: - Patientenzeit: 30% mehr direkte Patientenzeit, 70% weniger Bürokratie - Lohn: + ~CHF 60'000/Jahr (Honorar-Pool variiert je nach Patientenaufkommen) - Hierarchie: flacher, ich habe direkten Zugang zum Chefarzt - Forschung: kaum noch — habe ich aber bewusst akzeptiert - Work-Life-Balance: deutlich besser, 50-Stunden-Wochen statt 60

Was ich vermisse: die akademische Tiefe der Universitätsmedizin, die super spezialisierten Tumorboards, die Lehre. Aber für meine Lebensphase passt es perfekt.

Lohn-Entwicklung

2017 PJ1 USZ Innere: CHF 108'000 → 2022 PJ6+FMH: CHF 142'000 → 2024 Oberarzt Privatklinik: CHF 200'000 Grundlohn + ca. CHF 40'000 Honorar-Pool = CHF 240'000. Sprung 2022→2024: + 70% Gesamtvergütung.

Vergleich mit Markt: Lohn-Datenbank Insider →

Was ich Nachfolger:innen rate

Drei Punkte für andere Mediziner:innen die einen ähnlichen Wechsel überlegen: 1. Diskretion ist nicht-verhandelbar. Wenn du noch nichts unterschrieben hast, soll dein aktuelles Spital nichts wissen. Wir hatten NDA mit der Hirslanden-Personalabteilung — niemand am USZ wusste was bis zur Kündigung. 2. Verhandle den Honorar-Pool genau. Das ist der Lohnbestandteil der über die Jahre den Unterschied macht — Grundlohn kann verhandelbar sein, aber Pool-Quote ist langfristig wichtiger. 3. Akzeptiere was du aufgibst. Universitäts-Forschung, Lehre, akademisches Netzwerk — das geht in Privatkliniken weitgehend verloren. Wenn dir das wichtig ist, bleib am Uni-Spital. Wenn dir klinische Arbeit + Lebensqualität wichtiger sind, ist Privatklinik klar besser.

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