Was kostet Personalvermittlung im Gesundheitswesen?

Klare Antworten zu Preisen, Provisionssätzen und Kostenmodellen — ohne Marketing-Phrasen. So funktioniert die Vermittlung von Pflegefachkräften und Ärzten in der Schweiz.

Die kurze Antwort

Personalvermittlung im Schweizer Gesundheitswesen kostet Arbeitgeber typischerweise 18% bis 25% des Bruttojahresgehalts der vermittelten Person — ausschliesslich erfolgsabhängig, also nur bei tatsächlich zustande gekommener Vermittlung. Für Kandidaten ist die Vermittlung in der Regel komplett kostenlos.

Konkretes Beispiel: Bei einer Pflegefachperson HF mit Bruttojahreslohn von CHF 88'000 entspricht das einer einmaligen Vermittlungsgebühr zwischen CHF 15'840 und CHF 22'000.

Wie wird die Provision berechnet?

Personalvermittler in der Schweiz arbeiten überwiegend mit einem von zwei Modellen:

Prozent vom Jahresgehalt

18 – 25 %

Der häufigste Ansatz. Die Provision entspricht einem Prozentsatz des Bruttojahresgehalts der vermittelten Person.

  • Pflegekräfte: 18 – 22 %
  • Ärzte / Kader: 22 – 30 %
  • Therapeuten: 18 – 22 %

Pauschalbetrag

CHF 8'000 – 25'000

Seltener — typischerweise für Volumenkunden oder einfachere Positionen. Oft als Flatrate pro Vermittlung.

  • FaGe / Pflegehelfer: ab CHF 8'000
  • Pflegefach HF/FH: CHF 12'000 – 18'000
  • Stationsleitung: CHF 18'000 – 25'000

Konkrete Rechenbeispiele

So sehen typische Vermittlungskosten in der Praxis aus:

PositionBruttojahreslohnProvisionssatzVermittlungskosten
FaGeCHF 70'00020 %CHF 14'000
Dipl. Pflegefachperson HFCHF 88'00020 %CHF 17'600
StationsleitungCHF 110'00022 %CHF 24'200
Oberarzt Innere MedizinCHF 220'00025 %CHF 55'000
ChefarztCHF 380'00028 %CHF 106'400

Was ist alles in der Provision enthalten?

Bei seriösen Personalvermittlern ist die Provision ein Komplettpreis. Folgende Leistungen sind in der Regel inbegriffen:

  • Bedarfsanalyse — persönliches Briefing zur offenen Position
  • Active Sourcing — gezielte Direktansprache passender Kandidaten
  • Vorselektion — Interviews und Eignungsprüfung
  • Kandidatendossiers — aufbereitete Unterlagen
  • Terminkoordination — Vorstellungsgespräche organisieren
  • Vertragsverhandlung — Unterstützung bei Lohn- und Konditionengesprächen
  • Onboarding-Begleitung — Nachbetreuung in den ersten Wochen
  • Ersatzgarantie — kostenloser Ersatz, falls es in der Probezeit nicht passt

Wann zahlt der Arbeitgeber?

Bei heroscout: 100% erfolgsabhängig

Die Provision wird erst fällig, wenn die vermittelte Person den Arbeitsvertrag unterschreibt und die Stelle tatsächlich antritt. Keine Vorauszahlung, keine Retainer-Gebühren, kein Risiko. Üblicherweise wird die Rechnung 14 Tage nach Stellenantritt fällig.

Was kostet es für Kandidaten?

In der Schweiz ist die Personalvermittlung für Kandidaten in der Regel komplett kostenlos. Das ist in der Arbeitsvermittlungs-Verordnung (AVV) so geregelt: Vermittlungsgebühren, die Stellensuchenden in Rechnung gestellt werden, sind streng limitiert (max. 5% des Jahreslohns und nur unter spezifischen Bedingungen).

Bei heroscout zahlen Kandidaten nichts — keine Registrierung, keine Beratung, keine Vermittlung. Die gesamte Dienstleistung wird vom Arbeitgeber finanziert.

Lohnt sich Personalvermittlung für Arbeitgeber?

Eine Provision von CHF 17'000 für eine Pflegefachperson klingt nach viel — bis man die Alternative durchrechnet. Eine unbesetzte Pflegestelle kostet Spitäler und Heime in der Realität deutlich mehr:

  • Überstunden des bestehenden Teams: CHF 8'000 – 15'000 pro Monat
  • Temporärkräfte als Überbrückung: CHF 12'000 – 25'000 pro Monat
  • Burnouts und Krankheitsausfälle: nicht quantifizierbar, aber massiv
  • Reduzierte Bettenkapazität / abgesagte Eingriffe: Umsatzverlust
  • Eigene Recruiting-Kosten: Inserate, HR-Stunden, Karrieremessen

Eine Vakanz von 4 Monaten kostet realistisch zwischen CHF 50'000 und CHF 100'000. Eine Vermittlung innerhalb von 2 – 6 Wochen ist da praktisch immer die wirtschaftlich bessere Wahl.

Worauf sollten Arbeitgeber achten?

  • SECO-Bewilligung: Nur SECO-bewilligte Vermittler dürfen in der Schweiz Personal vermitteln. Liste prüfen.
  • Branchen-Spezialisierung: Generalisten kennen die Eigenheiten des Gesundheitswesens nicht.
  • Erfolgsabhängige Zahlung: Vorsicht bei Vorauszahlungen oder Retainer-Modellen ohne Garantien.
  • Transparente Konditionen: Schriftliche Vereinbarung mit klaren Provisionssätzen.
  • Ersatzgarantie: Mindestens 3 Monate, besser 6 Monate bei höheren Positionen.
  • Referenzen: Belege für erfolgreiche Vermittlungen in ähnlichen Institutionen.