Fachrichtung

Allgemeine Innere Medizin in der Schweiz

Das grösste Fachgebiet der Schweiz — mit zwei gleichwertigen Wegen: Hausarztpraxis oder Spitalinternistik.

Lohn nach Karrierestufe

Brutto-Jahreslohn bei 100%, Referenz Kanton Zürich, öffentliches Spital. Basis: VSAO-Empfehlungen, FMH- und BFS-Daten sowie heroscout-Vermittlungsdaten.

Assistenzarzt
In FMH-Weiterbildung, vor dem Facharzttitel
CHF 95kCHF 160k
Facharzt
FMH-Facharzttitel erworben, aber noch ohne Oberarzt-Funktion. Angestellt im Spital.
CHF 145kCHF 230k
Oberarzt
Klinische Führungsposition unter Leitendem Arzt. Mit Personal- und Bereichsverantwortung.
CHF 184kCHF 322k
Leitender Arzt
Bereichsleitung oder stellvertretende Klinikleitung. Substantielle Personal- und Budget-Verantwortung.
CHF 265kCHF 437k
Chefarzt
Klinik- oder Abteilungsleitung mit voller Personal-, Budget- und strategischer Verantwortung.
CHF 345kCHF 748k

Karriereweg & Weiterbildung

Die Weiterbildung zum Facharzttitel Allgemeine Innere Medizin dauert laut SIWF 5 Jahre: 3 Jahre Basisweiterbildung in Allgemeiner Innerer Medizin und 2 Jahre individuell wählbare Module als Aufbauweiterbildung. Die Basisweiterbildung verlangt mindestens 2 Jahre stationäre und mindestens ein halbes Jahr ambulante Allgemeine Innere Medizin, mindestens 3 Monate müssen an einer anerkannten Notfallstation absolviert werden. Mindestens 1 Jahr der gesamten Weiterbildung muss an einer zweiten Weiterbildungsstätte an einem anderen Spital erfolgen — eine Arztpraxis zählt dabei nicht als Stättenwechsel. Auf Basis des Facharzttitels ist zusätzlich der Schwerpunkt Geriatrie erreichbar.

Subspezialisierungen

Geriatrie (SIWF-Schwerpunkt)Klinische Notfallmedizin (SGNOR)

Diplom aus dem Ausland? Zuerst die Anerkennung

Ohne anerkanntes Diplom darfst du in der Schweiz nicht ärztlich tätig sein — unabhängig davon, wie lange du in der Allgemeine Innere Medizin schon arbeitest. Zuständig ist die MEBEKO beim Bundesamt für Gesundheit; der Facharzttitel ist dabei ein eigenes Gesuch neben dem Diplom. Der Anerkennungs-Check zeigt dir in zwei Minuten dein Verfahren, die amtlichen Gebühren, die Dauer und deine persönliche Dokumenten-Checkliste.

Typische Aufgaben

  • Erstbeurteilung und kontinuierliche Betreuung über das ganze Krankheitsspektrum
  • Abklärung unklarer Beschwerdebilder und Steuerung der Diagnostik
  • Betreuung multimorbider und chronisch kranker Patientinnen und Patienten
  • Akut- und Notfallmedizin auf der Notfallstation
  • Koordination des interdisziplinären Behandlungsteams
  • Prävention, Impfberatung und palliative Begleitung

Was die Allgemeine Innere Medizin in der Schweiz besonders macht

Die Allgemeine Innere Medizin ist die tragende Säule des Schweizer Gesundheitssystems und das mit Abstand grösste Fachgebiet — entsprechend gross ist die Zahl offener Stellen. Die Besonderheit liegt in den zwei Mustercurricula: Du entscheidest im Verlauf der Weiterbildung, ob du Richtung Hausarztpraxis oder Spitalinternistik gehst, und die Durchlässigkeit zwischen beiden Wegen bleibt laut SIWF gewährleistet. Für die Stellensuche heisst das: Achte in der Aufbauweiterbildung darauf, welche Module dein Zielprofil stützen — die Wahl ist frei, wird später aber zum Argument im Bewerbungsgespräch. Der Hausarztmangel in ländlichen Regionen führt dort zu deutlich besseren Konditionen und Praxisübernahme-Angeboten als in den Zentren.

Allgemeine Innere Medizin-Stellen nach Standort

Häufige Fragen zur Allgemeine Innere Medizin

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Facharzt Allgemeine Innere Medizin in der Schweiz?
Die Weiterbildung zum Facharzttitel Allgemeine Innere Medizin dauert laut SIWF 5 Jahre: 3 Jahre Basisweiterbildung in Allgemeiner Innerer Medizin und 2 Jahre individuell wählbare Module als Aufbauweiterbildung. Die Basisweiterbildung verlangt mindestens 2 Jahre stationäre und mindestens ein halbes Jahr ambulante Allgemeine Innere Medizin, mindestens 3 Monate müssen an einer anerkannten Notfallstation absolviert werden. Mindestens 1 Jahr der gesamten Weiterbildung muss an einer zweiten Weiterbildungsstätte an einem anderen Spital erfolgen — eine Arztpraxis zählt dabei nicht als Stättenwechsel. Auf Basis des Facharzttitels ist zusätzlich der Schwerpunkt Geriatrie erreichbar.
Was verdient man als Allgemeine Innere Medizin in der Schweiz?
Die Bandbreite reicht von CHF 95k als Assistenzarzt bis CHF 748k auf Chefarzt-Niveau (Referenz: Kanton Zürich, öffentliches Spital, Brutto-Jahreslohn bei 100%). Massgeblich sind Karrierestufe, Kanton und Trägerschaft; in Privatkliniken kommen Honorarbeteiligungen dazu.
Kann ich mit einem ausländischen Diplom in der Schweiz als Allgemeine Innere Medizin-Facharzt arbeiten?
Nicht ohne Anerkennung. Zuständig ist die MEBEKO beim Bundesamt für Gesundheit, die Gebühr beträgt CHF 800–1’000 pro Diplom; der Facharzttitel ist ein separates Gesuch. Bei direkter Anerkennung liegt der Entscheid in der Regel nach 1–4 Monaten vor. Dazu kommt der Sprachnachweis und anschliessend die kantonale Berufsausübungsbewilligung.
Welche Subspezialisierungen gibt es in der Allgemeine Innere Medizin?
Geriatrie (SIWF-Schwerpunkt), Klinische Notfallmedizin (SGNOR).

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Quellen

Angaben zu Weiterbildungsdauer und Titeln nach SIWF, zuletzt geprüft Juli 2026. Lohnangaben sind Richtwerte und keine Zusicherung.

Andere Fachrichtungen

Innere Medizin
Breitenfach mit vielen Subspezialisierungs-Optionen — von Kardiologie über Gastro bis Nephrologie.
Anästhesie
Hohe Nachfrage in allen Akutspitälern. Top-Vergütung, OP-Setting, sehr strukturierter Tagesablauf.
Chirurgie
Allgemein-, Visceral- und Spezialchirurgie. Top-Vergütung in operativen Fächern.
Pädiatrie
Kinder- und Jugendmedizin. Starke Nachfrage in Kinderspitälern und Pädiatrie-Praxen.
Psychiatrie
Wachsender Markt mit hohem Bedarf. Erwachsenen- oder Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Radiologie
Diagnostische Bildgebung. Hohe Vergütung — insbesondere in Privatpraxen und Spezial-Instituten.
Kardiologie
Lange Weiterbildung, hohe Gerätedichte, starke Nachfrage — und einer der klarsten Wege in die Kaderlaufbahn.
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
Operativ, planbar, gut vergütet — mit dem stärksten Privatklinik- und Belegarzt-Potenzial aller chirurgischen Fächer.
Gynäkologie und Geburtshilfe
Kürzere Facharzt-Weiterbildung als die meisten Fächer — mit drei klar definierten Schwerpunkten und starkem Praxismarkt.
Dermatologie und Venerologie
Planbare Arbeitszeiten, wenig Nachtdienst, starker Selbstzahler- und Praxismarkt — eines der begehrtesten Fächer.
Neurologie
Diagnostisch anspruchsvoll, technisch breit — mit Stroke Units und Neurophysiologie als klaren Vertiefungswegen.
Medizinische Onkologie
Sechs Jahre Weiterbildung auf internistischer Basis — ein wachsendes Feld mit langen Patientenbeziehungen.
Urologie
Operativ und konservativ zugleich — mit sechs offiziellen Schwerpunkten die am feinsten gegliederte Disziplin.
Oto-Rhino-Laryngologie (HNO)
Fünf Jahre durchgehend fachspezifisch — Mikrochirurgie, Onkologie und Praxismedizin in einem Fach.
Ophthalmologie
Stark ambulant geprägt, hoher Anteil planbarer Eingriffe — und einer der attraktivsten Praxismärkte der Schweiz.
Gastroenterologie
Endoskopie als Handwerk, Hepatologie als Vertiefung — ein technisch geprägtes internistisches Fach mit starkem Praxismarkt.
Neurochirurgie
Hochspezialisiert und zentrenlastig — die längste durchgehend fachspezifische Weiterbildung unter den operativen Fächern.
Herz- und thorakale Gefässchirurgie
Die Spitze der operativen Medizin — wenige Zentren, hohe Eintrittshürde, entsprechend hohe Vergütung.
Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
Rekonstruktion, Verbrennungsmedizin und Ästhetik in einem Titel — mit dem höchsten Selbstzahler-Anteil aller Fächer.
Klinische Notfallmedizin
Kein eigener Facharzttitel, sondern ein Schwerpunkt auf mehreren Titeln — mit stark wachsendem Bedarf auf den Notfallstationen.
Pneumologie
Funktionsdiagnostik, Bronchoskopie und Schlafmedizin — ein internistisches Fach mit ausgeprägtem Gerätebezug.
Endokrinologie / Diabetologie
Hormone und Stoffwechsel — ein sprechendes Fach mit langen Betreuungsverläufen und stark wachsendem Bedarf.
Rheumatologie
Nicht-operative Medizin des Bewegungsapparats — mit einem der breitesten Tätigkeitsspektren vom Spital bis zur Rehabilitation.
Palliativmedizin & Geriatrie
Zwei Schwerpunkte statt Facharzttitel — mit dem am stärksten wachsenden Versorgungsbedarf der Schweiz.