Fachrichtung

Gastroenterologie in der Schweiz

Endoskopie als Handwerk, Hepatologie als Vertiefung — ein technisch geprägtes internistisches Fach mit starkem Praxismarkt.

Lohn nach Karrierestufe

Brutto-Jahreslohn bei 100%, Referenz Kanton Zürich, öffentliches Spital. Basis: VSAO-Empfehlungen, FMH- und BFS-Daten sowie heroscout-Vermittlungsdaten.

Assistenzarzt
In FMH-Weiterbildung, vor dem Facharzttitel
CHF 95kCHF 160k
Facharzt
FMH-Facharzttitel erworben, aber noch ohne Oberarzt-Funktion. Angestellt im Spital.
CHF 167kCHF 265k
Oberarzt
Klinische Führungsposition unter Leitendem Arzt. Mit Personal- und Bereichsverantwortung.
CHF 184kCHF 322k
Leitender Arzt
Bereichsleitung oder stellvertretende Klinikleitung. Substantielle Personal- und Budget-Verantwortung.
CHF 265kCHF 437k
Chefarzt
Klinik- oder Abteilungsleitung mit voller Personal-, Budget- und strategischer Verantwortung.
CHF 345kCHF 748k

Karriereweg & Weiterbildung

Die Weiterbildung zum Facharzttitel Gastroenterologie dauert laut SIWF 6 Jahre und gliedert sich in 3 Jahre nicht fachspezifische und 3 Jahre fachspezifische Weiterbildung. Von der fachspezifischen Weiterbildung müssen mindestens 30 Monate in allgemeiner klinischer Gastroenterologie absolviert werden, davon mindestens 12 Monate an Weiterbildungsstätten der Kategorie A. Forschung beziehungsweise ein abgeschlossenes MD-PhD-Programm kann sowohl im fachspezifischen als auch im nicht fachspezifischen Teil mit bis zu 6 Monaten angerechnet werden.

Subspezialisierungen

Hepatologie (Schwerpunkt)

Diplom aus dem Ausland? Zuerst die Anerkennung

Ohne anerkanntes Diplom darfst du in der Schweiz nicht ärztlich tätig sein — unabhängig davon, wie lange du in der Gastroenterologie schon arbeitest. Zuständig ist die MEBEKO beim Bundesamt für Gesundheit; der Facharzttitel ist dabei ein eigenes Gesuch neben dem Diplom. Der Anerkennungs-Check zeigt dir in zwei Minuten dein Verfahren, die amtlichen Gebühren, die Dauer und deine persönliche Dokumenten-Checkliste.

Typische Aufgaben

  • Diagnostische und therapeutische Endoskopie: Gastroskopie und Koloskopie
  • ERCP und interventionelle Verfahren an Gallenwegen und Pankreas
  • Betreuung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen
  • Hepatologie: Abklärung und Therapie von Lebererkrankungen
  • Vorsorge-Koloskopien und Polypenabtragung
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Viszeralchirurgie und Onkologie

Was die Gastroenterologie in der Schweiz besonders macht

Die Gastroenterologie ist unter den internistischen Fächern das mit dem stärksten handwerklich-technischen Anteil — die endoskopische Kompetenz entscheidet über die Position, und sie lässt sich nur über Untersuchungszahlen aufbauen. Für die Weiterbildungsplanung ist deshalb weniger der Titel des Hauses relevant als das tatsächliche Endoskopie-Volumen und der Zugang zu interventionellen Eingriffen wie der ERCP. Der ambulante Markt ist ausgeprägt: Vorsorge-Koloskopien werden in hoher Zahl in Praxen und Endoskopie-Zentren erbracht, was die Gastroenterologie zu einem der wirtschaftlich attraktivsten internistischen Fächer macht. Zusätzlich ist der Schwerpunkt Hepatologie erreichbar.

Gastroenterologie-Stellen nach Standort

Häufige Fragen zur Gastroenterologie

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Facharzt Gastroenterologie in der Schweiz?
Die Weiterbildung zum Facharzttitel Gastroenterologie dauert laut SIWF 6 Jahre und gliedert sich in 3 Jahre nicht fachspezifische und 3 Jahre fachspezifische Weiterbildung. Von der fachspezifischen Weiterbildung müssen mindestens 30 Monate in allgemeiner klinischer Gastroenterologie absolviert werden, davon mindestens 12 Monate an Weiterbildungsstätten der Kategorie A. Forschung beziehungsweise ein abgeschlossenes MD-PhD-Programm kann sowohl im fachspezifischen als auch im nicht fachspezifischen Teil mit bis zu 6 Monaten angerechnet werden.
Was verdient man als Gastroenterologie in der Schweiz?
Die Bandbreite reicht von CHF 95k als Assistenzarzt bis CHF 748k auf Chefarzt-Niveau (Referenz: Kanton Zürich, öffentliches Spital, Brutto-Jahreslohn bei 100%). Massgeblich sind Karrierestufe, Kanton und Trägerschaft; in Privatkliniken kommen Honorarbeteiligungen dazu.
Kann ich mit einem ausländischen Diplom in der Schweiz als Gastroenterologie-Facharzt arbeiten?
Nicht ohne Anerkennung. Zuständig ist die MEBEKO beim Bundesamt für Gesundheit, die Gebühr beträgt CHF 800–1’000 pro Diplom; der Facharzttitel ist ein separates Gesuch. Bei direkter Anerkennung liegt der Entscheid in der Regel nach 1–4 Monaten vor. Dazu kommt der Sprachnachweis und anschliessend die kantonale Berufsausübungsbewilligung.
Welche Subspezialisierungen gibt es in der Gastroenterologie?
Hepatologie (Schwerpunkt).

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Quellen

Angaben zu Weiterbildungsdauer und Titeln nach SIWF, zuletzt geprüft Juli 2026. Lohnangaben sind Richtwerte und keine Zusicherung.

Andere Fachrichtungen

Innere Medizin
Breitenfach mit vielen Subspezialisierungs-Optionen — von Kardiologie über Gastro bis Nephrologie.
Anästhesie
Hohe Nachfrage in allen Akutspitälern. Top-Vergütung, OP-Setting, sehr strukturierter Tagesablauf.
Chirurgie
Allgemein-, Visceral- und Spezialchirurgie. Top-Vergütung in operativen Fächern.
Pädiatrie
Kinder- und Jugendmedizin. Starke Nachfrage in Kinderspitälern und Pädiatrie-Praxen.
Psychiatrie
Wachsender Markt mit hohem Bedarf. Erwachsenen- oder Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Radiologie
Diagnostische Bildgebung. Hohe Vergütung — insbesondere in Privatpraxen und Spezial-Instituten.
Kardiologie
Lange Weiterbildung, hohe Gerätedichte, starke Nachfrage — und einer der klarsten Wege in die Kaderlaufbahn.
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
Operativ, planbar, gut vergütet — mit dem stärksten Privatklinik- und Belegarzt-Potenzial aller chirurgischen Fächer.
Gynäkologie und Geburtshilfe
Kürzere Facharzt-Weiterbildung als die meisten Fächer — mit drei klar definierten Schwerpunkten und starkem Praxismarkt.
Dermatologie und Venerologie
Planbare Arbeitszeiten, wenig Nachtdienst, starker Selbstzahler- und Praxismarkt — eines der begehrtesten Fächer.
Neurologie
Diagnostisch anspruchsvoll, technisch breit — mit Stroke Units und Neurophysiologie als klaren Vertiefungswegen.
Allgemeine Innere Medizin
Das grösste Fachgebiet der Schweiz — mit zwei gleichwertigen Wegen: Hausarztpraxis oder Spitalinternistik.
Medizinische Onkologie
Sechs Jahre Weiterbildung auf internistischer Basis — ein wachsendes Feld mit langen Patientenbeziehungen.
Urologie
Operativ und konservativ zugleich — mit sechs offiziellen Schwerpunkten die am feinsten gegliederte Disziplin.
Oto-Rhino-Laryngologie (HNO)
Fünf Jahre durchgehend fachspezifisch — Mikrochirurgie, Onkologie und Praxismedizin in einem Fach.
Ophthalmologie
Stark ambulant geprägt, hoher Anteil planbarer Eingriffe — und einer der attraktivsten Praxismärkte der Schweiz.
Neurochirurgie
Hochspezialisiert und zentrenlastig — die längste durchgehend fachspezifische Weiterbildung unter den operativen Fächern.
Herz- und thorakale Gefässchirurgie
Die Spitze der operativen Medizin — wenige Zentren, hohe Eintrittshürde, entsprechend hohe Vergütung.
Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
Rekonstruktion, Verbrennungsmedizin und Ästhetik in einem Titel — mit dem höchsten Selbstzahler-Anteil aller Fächer.
Klinische Notfallmedizin
Kein eigener Facharzttitel, sondern ein Schwerpunkt auf mehreren Titeln — mit stark wachsendem Bedarf auf den Notfallstationen.
Pneumologie
Funktionsdiagnostik, Bronchoskopie und Schlafmedizin — ein internistisches Fach mit ausgeprägtem Gerätebezug.
Endokrinologie / Diabetologie
Hormone und Stoffwechsel — ein sprechendes Fach mit langen Betreuungsverläufen und stark wachsendem Bedarf.
Rheumatologie
Nicht-operative Medizin des Bewegungsapparats — mit einem der breitesten Tätigkeitsspektren vom Spital bis zur Rehabilitation.
Palliativmedizin & Geriatrie
Zwei Schwerpunkte statt Facharzttitel — mit dem am stärksten wachsenden Versorgungsbedarf der Schweiz.