Fachrichtung

Urologie in der Schweiz

Operativ und konservativ zugleich — mit sechs offiziellen Schwerpunkten die am feinsten gegliederte Disziplin.

Lohn nach Karrierestufe

Brutto-Jahreslohn bei 100%, Referenz Kanton Zürich, öffentliches Spital. Basis: VSAO-Empfehlungen, FMH- und BFS-Daten sowie heroscout-Vermittlungsdaten.

Assistenzarzt
In FMH-Weiterbildung, vor dem Facharzttitel
CHF 95kCHF 160k
Facharzt
FMH-Facharzttitel erworben, aber noch ohne Oberarzt-Funktion. Angestellt im Spital.
CHF 160kCHF 253k
Oberarzt
Klinische Führungsposition unter Leitendem Arzt. Mit Personal- und Bereichsverantwortung.
CHF 176kCHF 308k
Leitender Arzt
Bereichsleitung oder stellvertretende Klinikleitung. Substantielle Personal- und Budget-Verantwortung.
CHF 253kCHF 418k
Chefarzt
Klinik- oder Abteilungsleitung mit voller Personal-, Budget- und strategischer Verantwortung.
CHF 330kCHF 715k

Karriereweg & Weiterbildung

Die Weiterbildung zum Facharzttitel Urologie dauert laut SIWF 6 Jahre: 1 Jahr chirurgische Basisweiterbildung (Chirurgie, Allgemeinchirurgie und Traumatologie, Viszeral- oder Gefässchirurgie), 4 bis 5 Jahre fachspezifische Urologie, dazu maximal 1 Jahr in operativer Urologie oder Neuro-Urologie sowie optional maximal 1 Jahr in einem anderen Fachgebiet. Mindestens 2 Jahre müssen an Weiterbildungsstätten der Kategorie A1 oder A2 absolviert werden, davon mindestens 1 Jahr Kategorie A1; mindestens 1 Jahr an einer zweiten Weiterbildungsstätte. Die Facharztprüfung besteht aus zwei theoretisch-schriftlichen Teilen und einem praktisch-mündlichen Teil.

Subspezialisierungen

Operative UrologieUro-OnkologieKomplexe Endo-UrologieRekonstruktive UrologieNeuro-UrologieUrologie der Frau

Diplom aus dem Ausland? Zuerst die Anerkennung

Ohne anerkanntes Diplom darfst du in der Schweiz nicht ärztlich tätig sein — unabhängig davon, wie lange du in der Urologie schon arbeitest. Zuständig ist die MEBEKO beim Bundesamt für Gesundheit; der Facharzttitel ist dabei ein eigenes Gesuch neben dem Diplom. Der Anerkennungs-Check zeigt dir in zwei Minuten dein Verfahren, die amtlichen Gebühren, die Dauer und deine persönliche Dokumenten-Checkliste.

Typische Aufgaben

  • Endourologische Eingriffe an Harnwegen und Prostata
  • Uro-onkologische Chirurgie und Nachsorge
  • Sprechstunde bei Miktionsstörungen, Steinleiden und Inkontinenz
  • Sonografie und urodynamische Diagnostik
  • Andrologie und Kinderwunsch-Abklärungen beim Mann
  • Notfallversorgung bei Koliken, Harnverhalt und Hodentorsion

Was die Urologie in der Schweiz besonders macht

Die Urologie ist eines der wenigen Fächer, in denen sich operative und konservative Tätigkeit über die ganze Laufbahn kombinieren lassen — das macht sie auch für die spätere Praxistätigkeit attraktiv. Auffällig ist die feine offizielle Gliederung: Sechs Schwerpunkte sind definiert, mehr als in fast jeder anderen Disziplin. Wichtig für die Planung ist die Übergangsregelung: Wer die Anforderungen des Schwerpunkts operative Urologie bis zum 30. Juni 2028 erfüllt, erhält laut SIWF automatisch die drei Schwerpunkte Uro-Onkologie, Komplexe Endo-Urologie und Rekonstruktive Urologie. Zudem ist der Schwerpunkt operative Urologie nur anrechenbar, wenn er in den letzten 2 Jahren der fachspezifischen Weiterbildung absolviert wird — ein Timing-Detail, das leicht übersehen wird.

Urologie-Stellen nach Standort

Häufige Fragen zur Urologie

Wie lange dauert die Weiterbildung zum Facharzt Urologie in der Schweiz?
Die Weiterbildung zum Facharzttitel Urologie dauert laut SIWF 6 Jahre: 1 Jahr chirurgische Basisweiterbildung (Chirurgie, Allgemeinchirurgie und Traumatologie, Viszeral- oder Gefässchirurgie), 4 bis 5 Jahre fachspezifische Urologie, dazu maximal 1 Jahr in operativer Urologie oder Neuro-Urologie sowie optional maximal 1 Jahr in einem anderen Fachgebiet. Mindestens 2 Jahre müssen an Weiterbildungsstätten der Kategorie A1 oder A2 absolviert werden, davon mindestens 1 Jahr Kategorie A1; mindestens 1 Jahr an einer zweiten Weiterbildungsstätte. Die Facharztprüfung besteht aus zwei theoretisch-schriftlichen Teilen und einem praktisch-mündlichen Teil.
Was verdient man als Urologie in der Schweiz?
Die Bandbreite reicht von CHF 95k als Assistenzarzt bis CHF 715k auf Chefarzt-Niveau (Referenz: Kanton Zürich, öffentliches Spital, Brutto-Jahreslohn bei 100%). Massgeblich sind Karrierestufe, Kanton und Trägerschaft; in Privatkliniken kommen Honorarbeteiligungen dazu.
Kann ich mit einem ausländischen Diplom in der Schweiz als Urologie-Facharzt arbeiten?
Nicht ohne Anerkennung. Zuständig ist die MEBEKO beim Bundesamt für Gesundheit, die Gebühr beträgt CHF 800–1’000 pro Diplom; der Facharzttitel ist ein separates Gesuch. Bei direkter Anerkennung liegt der Entscheid in der Regel nach 1–4 Monaten vor. Dazu kommt der Sprachnachweis und anschliessend die kantonale Berufsausübungsbewilligung.
Welche Subspezialisierungen gibt es in der Urologie?
Operative Urologie, Uro-Onkologie, Komplexe Endo-Urologie, Rekonstruktive Urologie, Neuro-Urologie, Urologie der Frau.

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Quellen

Angaben zu Weiterbildungsdauer und Titeln nach SIWF, zuletzt geprüft Juli 2026. Lohnangaben sind Richtwerte und keine Zusicherung.

Andere Fachrichtungen

Innere Medizin
Breitenfach mit vielen Subspezialisierungs-Optionen — von Kardiologie über Gastro bis Nephrologie.
Anästhesie
Hohe Nachfrage in allen Akutspitälern. Top-Vergütung, OP-Setting, sehr strukturierter Tagesablauf.
Chirurgie
Allgemein-, Visceral- und Spezialchirurgie. Top-Vergütung in operativen Fächern.
Pädiatrie
Kinder- und Jugendmedizin. Starke Nachfrage in Kinderspitälern und Pädiatrie-Praxen.
Psychiatrie
Wachsender Markt mit hohem Bedarf. Erwachsenen- oder Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Radiologie
Diagnostische Bildgebung. Hohe Vergütung — insbesondere in Privatpraxen und Spezial-Instituten.
Kardiologie
Lange Weiterbildung, hohe Gerätedichte, starke Nachfrage — und einer der klarsten Wege in die Kaderlaufbahn.
Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
Operativ, planbar, gut vergütet — mit dem stärksten Privatklinik- und Belegarzt-Potenzial aller chirurgischen Fächer.
Gynäkologie und Geburtshilfe
Kürzere Facharzt-Weiterbildung als die meisten Fächer — mit drei klar definierten Schwerpunkten und starkem Praxismarkt.
Dermatologie und Venerologie
Planbare Arbeitszeiten, wenig Nachtdienst, starker Selbstzahler- und Praxismarkt — eines der begehrtesten Fächer.
Neurologie
Diagnostisch anspruchsvoll, technisch breit — mit Stroke Units und Neurophysiologie als klaren Vertiefungswegen.
Allgemeine Innere Medizin
Das grösste Fachgebiet der Schweiz — mit zwei gleichwertigen Wegen: Hausarztpraxis oder Spitalinternistik.
Medizinische Onkologie
Sechs Jahre Weiterbildung auf internistischer Basis — ein wachsendes Feld mit langen Patientenbeziehungen.
Oto-Rhino-Laryngologie (HNO)
Fünf Jahre durchgehend fachspezifisch — Mikrochirurgie, Onkologie und Praxismedizin in einem Fach.
Ophthalmologie
Stark ambulant geprägt, hoher Anteil planbarer Eingriffe — und einer der attraktivsten Praxismärkte der Schweiz.
Gastroenterologie
Endoskopie als Handwerk, Hepatologie als Vertiefung — ein technisch geprägtes internistisches Fach mit starkem Praxismarkt.
Neurochirurgie
Hochspezialisiert und zentrenlastig — die längste durchgehend fachspezifische Weiterbildung unter den operativen Fächern.
Herz- und thorakale Gefässchirurgie
Die Spitze der operativen Medizin — wenige Zentren, hohe Eintrittshürde, entsprechend hohe Vergütung.
Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
Rekonstruktion, Verbrennungsmedizin und Ästhetik in einem Titel — mit dem höchsten Selbstzahler-Anteil aller Fächer.
Klinische Notfallmedizin
Kein eigener Facharzttitel, sondern ein Schwerpunkt auf mehreren Titeln — mit stark wachsendem Bedarf auf den Notfallstationen.
Pneumologie
Funktionsdiagnostik, Bronchoskopie und Schlafmedizin — ein internistisches Fach mit ausgeprägtem Gerätebezug.
Endokrinologie / Diabetologie
Hormone und Stoffwechsel — ein sprechendes Fach mit langen Betreuungsverläufen und stark wachsendem Bedarf.
Rheumatologie
Nicht-operative Medizin des Bewegungsapparats — mit einem der breitesten Tätigkeitsspektren vom Spital bis zur Rehabilitation.
Palliativmedizin & Geriatrie
Zwei Schwerpunkte statt Facharzttitel — mit dem am stärksten wachsenden Versorgungsbedarf der Schweiz.